|
|
|
| Methoden im Fach Religion |
Die historisch-kritische Methode ist die zur Zeit wichtigste und gängigste Methode der wissenschaftlichen Textauslegung. Wie der Begriff schon sagt, wird die konkrete historische Situation, in der ein Text entstand, analysiert und beschrieben. In diesem Licht entfaltet der Text die Bedeutung, die er zur Zeit seiner Entstehung wahrscheinlich hatte. Dabei wird der Text gleichzeitig kritisch gesehen, das heißt, wir beurteilen den Text in seiner Form (wurde er überarbeitet?), in seiner Tradition (wie hat der Text auf seine Hörer oder Leser gewirkt?) und in seinen Aussagen (z.B. welches Gottesbild zeichnet der Text?). Typische Fragen in Übungen und Klausuren können in der Schule sein: Beschreiben Sie die konkrete historische Situation, in der der Text entstand. Wann wurde der Test wahrscheinlich verfasst? Wer waren die Adressaten des Textes? Welche Intentionen verfolgte der Autor mit diesem Text? Natürlich können wir diese Fragen oft nur beantworten, wenn wir über die notwendigen Hintergrundinformationen verfügen. Hintergrundinformationen zu den SchöpfungsberichtenZur Entstehung der Texte
Übungen: Lesen Sie den ersten Schöpfungsbericht, Genesis 1,1-2,4a, mindestens zweimal aufmerksam durch und markieren Sie die Textstellen, die Sie für wichtig erachten. 1Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. 2die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut, und Gottes Geist schwebte über dem Wasser. 3Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht. 4Gott sah, daß das Licht gut war. Gott schied das Licht von der Finsternis, 5und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Es wurde Abend, und es wurde Morgen: erster Tag. 6Dann sprach Gott: Ein Gewölbe entstehe mitten im Wasser und scheide Wasser von Wasser. 7Gott machte also das Gewölbe und schied das Wasser unterhalb des Gewölbes vom Wasser oberhalb des Gewölbes. So geschah es, 8und Gott nannte das Gewölbe Himmel. Es wurde Abend, und es wurde Morgen: zweiter Tag. 9Dann sprach Gott: Das Wasser unterhalb des Himmels sammle sich an einem Ort, damit das Trockene sichtbar werde. So geschah es. 10Das Trockene nannte Gott Land, und das angesammelte Wasser nannte er Meer. Gott sah, daß es gut war. 11Dann sprach Gott: Das Land lasse junges Grün wachsen, alle Arten von Pflanzen, die Samen tragen, und von Bäumen, die auf der Erde Früchte bringen mit ihrem Samen darin. So geschah es 12Das Land brachte junges Grün hervor, alle Arten von Pflanzen, die Samen tragen, alle Arten von Bäumen, die Früchte bringen mit ihrem Samen darin. Gott sah, daß es gut war. 13Es wurde Abend, und es wurde Morgen: dritter Tag. 14Dann sprach Gott: Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein, um Tag und Nacht zu scheiden. Sie sollen Zeichen sein und zur Bestimmung von Festzeiten, von Tagen und Jahren dienen; 15sie sollen Lichter am Himmelsgewölbe sein, die über die Erde hin leuchten. So geschah es.16Gott machte die beiden großen Lichter, das größere, das über den Tag herrscht, das kleinere, das über die Nacht herrscht, auch die Sterne. 17Gott setzte die Lichter an das Himmelsgewölbe, damit sie über die Erde hin leuchten, 18über Tag und Nacht herrschen und das Licht von der Finsternis scheiden. Gott sah, daß es gut war. 19Es wurde Abend, und es wurde Morgen: vierter Tag. 20Dann sprach Gott: Das Wasser wimmle von lebendigen Wesen, und Vögel sollen über dem Land am Himmelsgewölbe dahinfliegen. 21Gott schuf alle Arten von großen Seetieren und anderen Lebewesen, von denen das Wasser wimmelt, und alle Arten von gefiederten Vögeln. Gott sah, daß es gut war. 22Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar, und vermehrt euch, und bevölkert das Wasser im Meer, und die Vögel sollen sich auf dem Land vermehren. 23Es wurde Abend, und es wurde Morgen: fünfter Tag. 24Dann sprach Gott: Das Land bringe alle Arten von lebendigen Wesen hervor, von Vieh, von Kriechtieren und von Tieren des Feldes. So geschah es. 25Gott machte alle Arten von Tieren des Feldes, alle Arten von Vieh und alle Arten von Kriechtieren auf dem Erdboden. Gott sah, daß es gut war. 26Dann sprach Gott: Laßt uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere auf dem Land. 27Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie. 28Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar, und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch, und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen. 29Dann sprach Gott: Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen. 30Allen Tieren des Feldes, allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, was Lebensatem in sich hat, gebe ich alle grünen Pflanzen zur Nahrung. So geschah es. 31Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut. Es wurde Abend, und es wurde Morgen: der sechste Tag. 2,1So wurden Himmel und Erde vollendet und ihr ganzes Gefüge. 2Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er geschaffen hatte, und er ruhte am siebten Tag, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht hatte. 3Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig; denn an ihm ruhte Gott, nachdem er das ganze Werk der Schöpfung vollendet hatte. 4aDas ist die Entstehungsgeschichte von Himmel und Erde, als sie erschaffen wurden.
Die Lösungen der Aufgaben finden Sie weiter unten. Hier noch einige Zusatzinformationen, die Sie zur Lösung der Aufgaben jedoch nicht benötigen. Besonderheiten des ersten Schöpfungsberichtes
1.Tag: Licht und Finsternis. 2.Tag: Feste zwischen den Wassern 3.Tag: Land und Meer; Gras und Bäume 4.Tag: Sonne, Mond und Sterne. 5.Tag: Vögel, Fische. 6.Tag: Tiere; Mann und Frau. 7.Tag: Erschaffung des Sabbat (Ruhetag).
LösungenAufgabe 1: Die konkrete historische Situation Der Text entstand in einer Krisensituation in Babylon, im Exil. Die Hebräer wurden mit anderen Kulturen und Religionen konfrontiert, mit Sicherheit hatten sie in dieser Situation Zweifel an ihrem Glauben und an ihrem Gott. Daher ist es verständlich, wenn die Autoren Gott als übermächtigen Schöpfer darstellen, um alle Zweifel auszuräumen. Aufgabe 2: Die Absicht der Schöpfungsberichte Die Schöpfungsberichte machen aus dem Glauben an Gott heraus Aussagen über das Verhältnis des Menschen zu Gott und zu seiner Umwelt. Sie sind Zeugnisse des Nachdenkens der Menschen über sich selbst und Zeugnisse des Glaubens an Gott, den Schöpfer. Die Schöpfungsberichte erheben nicht den Anspruch, historische oder naturwissenschaftliche Berichte zu sein. Sie wollen die Freude der Menschen an der guten Schöpfungsordnung Gottes wecken und Gott als den Herrn über seine Schöpfung preisen. Das Zusammenfassen von Texten in der Form von Thesen, die die wichtigstenTextaussagen wiedergeben, ist eine Methode, um Ihr Verständnis eines Ihnen neuen Sachtextes zu überprüfen. Diese Methode hilft Ihnen, sich auf die wesentlichen Textaussagen zu konzentrieren. Empfohlene Arbeitsschritte: 1. Nach dem ersten Lesen markieren Sie die wichtigen Textaussagen. 2. Achten Sie darauf, ob Sie im Ihnen vorliegenden Text eine Struktur erkennen können (z. B. Argument – Gegenargument oder Theorie – konkrete Beispiele). 3. Formulieren Sie Ihre Thesen kurz und präzise. 4. Vermeiden Sie unbedingt: Ihre eigene Meinung darzustellen, zu kommentieren, zu bewerten oder Informationen hinzu zu fügen ( dazu haben Sie immer an anderen Stellen Ihrer Klausur Gelegenheit). ÜbungFassen Sie den folgenden Text von John Stuart Mill zum Thema „Utilitarismus“ thesenartig zusammen (etwa 3-6 Thesen). Utilitarismus = eine Ethik (eine Lehre, wie man sich verhalten soll), in das Glück des einzelnen oder einer Gruppen der entscheidende Faktor ist. Wir bezeichnen den Utilitarismus auch als die Ethik der Nützlichkeit (alles, was Glück bringt ist nützlich oder gut). John Stuart Mill: Was heißt Utilitarismus? Die Auffassung, für die die Nützlichkeit oder das Prinzip des großen Glücks die Grundlage der Moral ist, besagt, daß Handlungen insoweit und in dem Maße moralisch richtig sind, als sie die Tendenz haben, Glück zu befördern, und insoweit moralisch falsch, als sie die Tendenz haben, das Gegenteil vom Glück zu bewirken. Unter „Glück“ [happiness] ist dabei Lust [pleasure] und das Freisein von Unlust [pain], unter „Unglück“ [unhappiness] Unlust und das Fehlen von Lust verstanden. Damit die von dieser Theorie aufgestellte Norm deutlich wird, muß freilich noch einiges mehr gesagt werden, insbesondere darüber, was die Begriffe Lust und Unlust einschließen sollen und inwieweit dies von der Theorie offengelassen wird. Aber solche zusätzlichen Erklärungen ändern nichts an der Lebensauffassung, auf der diese Theorie der Moral wesentlich beruht: daß Lust und das Freisein von Unlust die einzigen Dinge sind, die als Endzwecke wünschenswert sind, und daß alle anderen wünschenswerten Dinge (die nach utilitaristischer Auffassung ebenso vielfältig sind wie nach jeder anderen) entweder deshalb wünschenswert sind, weil sie selbst lustvoll sind oder weil sie Mittel sind zur Beförderung von Lust und zur Vermeidung von Unlust. Eine solche Lebensauffassung stößt bei vielen Menschen, darunter manchen, deren Fühlen und Trachten im höchsten Maße achtenswert ist, auf eingewurzelte Abneigung. Der Gedanke, daß das Leben (wie sie sagen) keinen höheren Zweck habe als die Lust, kein besseres und edleres Ziel des Wollens und Strebens, erscheint ihnen im äußersten Grade niedrig und gemein; als eine Ansicht, die nur der Schweine würdig wäre, mit denen die Anhänger Epikurs ja schon sehr früh verächtlich gleichgesetzt wurden. Auf Angriffe dieser Art haben die Epikureer stets geantwortet, daß nicht sie, sondern ihre Ankläger es sind, die die menschliche Natur in entwürdigendem Lichte erscheinen lassen, da die Anklage ja unterstellt, daß Menschen keiner anderen Lust fähig sind als der, deren auch Schweine fähig sind. Menschen würden sich niemals in Schweine verwandeln lassen, selbst dann nicht, wenn man ihnen verspräche, daß sie die Befriedigungen des Tiers im vollen Umfange auskosten dürften. Kein intelligenter Mensch möchte ein Narr, kein gebildeter Mensch ein Dummkopf, keiner, der feinfühlig und gewissenhaft ist, selbstsüchtig und niederträchtig sein - auch wenn sie überzeugt wären, daß der Narr, der Dummkopf oder der Schurke mit seinem Schicksal zufriedener ist als sie mit dem ihren. Das, was sie vor ihm voraushaben, würden sie auch für die vollständigste Erfüllung all der Wünsche nicht aufgeben, die sie mit ihm gemeinsam haben. Sollte ihnen dies doch einmal in den Sinn kommen, dann nur in Fallen äußersten Unglücks, in denen sie bereit sind, fast jedes andere Schicksal in Kauf zu nehmen, wie wenig sie sich auch von ihm versprechen, nur um dem ihren zu entgehen. Ein hohes, begabtes Wesen verlangt mehr zu seinem Glück, ist wohl auch größeren Leidens fähig und ihm sicherlich in höherem Maße ausgesetzt als ein niedrigeres Wesen; aber trotz dieser Gefährdungen wird es niemals in jene Daseinsweise Nur wenige Menschen würden darein einwilligen, sich in eines der niederen Tiere verwandeln zu lassen, wenn absinken wollen, die es als niedriger empfindet. Wir mögen dieses Widerstreben erklären, wie wir wollen: Wir mögen es dem Stolz zuschreiben - einem Begriff, mit dem man einige der am meisten und einige der am wenigsten schätzenswerten Gefühle, deren die Menschen fähig sind, bezeichnet, wir mögen es der Freiheitsliebe und dem Streben nach Unabhängigkeit zuschreiben, woran die Stoiker appelliert und worin sie eines der wirksamsten Mittel gefunden haben, die Menschen zu diesem Widerstreben zu erziehen; der Liebe zur Macht und zur begeisterten Erregtheit, die beide darin enthalten sind. Aber am zutreffendsten wird es als ein Gefühl der Würde beschrieben, das allen Menschen in der einen oder anderen Weise und im ungefähren Verhältnis zu ihren höheren Anlagen zu eigen ist und das für die, bei denen es besonders stark ausgeprägt ist, einen so entscheidenden Teil ihres Glücks ausmacht, dass sie nichts, was mit ihm unvereinbar ist, länger als nur einen Augenblick lang zu begehren imstande sind. LösungenZusammenfassung des Textes in Thesen: 1. Die Grundlage der Moral ist die Nützlichkeit (Utilitarismus). Das höchste Glück ist „die Beförderung von Lust" (Freisein von Unlust) 2. Die Gegner der utilitaristischen Position bezeichnen die Lust als ein „niedriges Ziel“ 3. Entkräftigung des Gegenargumentes: Die Gegner des Utilitarismus unterstellen, dass „Menschen keiner anderen Lust fähig seien, als der, deren auch Schweine fähig sind". => Unterscheidung: Mensch -Tier 4. Der Mensch wird niemals in eine Daseinsweise absinken wollen, die er als „niedriger" empfindet, da er ein Gefühl der Würde besitzt. Aufgabenstellungen zur problemorientierten Textanalyse
Welches Problem wird in dem vorliegenden Text behandelt? Welche Rolle spielen die im Text genannten Personen/gesellschaftlichen Gruppen (Betroffene, Urheber, Verursacher..) laut Text? Welche Ursachen werden in dem Text für die Entstehung des Problems genannt? Welche Lösungen für das Problem/die Probleme werden in dem Text angeführt? Inwieweit werden die Problemlösungen begründet? Inwieweit beziehen die Begründungen Interessen von beteiligten/betroffenen Gruppen/Personen ein? (z.B. Nutzen/Schaden) Inwieweit werden die im Text vorgestellten Probleme, Ursachen, Lösungen durch den Autor/die Autorin bewertet? Variante Kurzfassung: Fertigen Sie eine problemorientierte Textanalyse an! Übung zur problemorientierten TextanalyseWas ist wahr an der Bibel? Man darf bei den biblischen Schriftstellern nicht die neuzeitliche Frage nach der Historizität (geschichtliche Sicherheit) der Ereignisse voraussetzen. Außerdem hatte sie als Orientalen ein anderes Verhältnis zum Erzählen überhaupt. Max Zerwick verdeutlicht das folgendermaßen: Der westliche Mensch ist versessen auf die geschichtlichen Tatsächlichkeiten und das bis zur Vernachlässigung des Sinnes. Der östliche Mensch ist versessen auf den Sinn und das bis zur Vernachlässigung der geschichtlichen Tatsächlichkeiten. Wenn man einen indischen Denker fragt, was ist die Wahrheit, wird er antworten: Wahrheit ist, was mich besser macht... Für den westlichen Menschen ist das Ideal der wahrweit ein Film der Ereignisse und eine Tonbandaufnahme der Worte. Für den östlichen Menschen ist das Ideale eine tiefsinnige Geschichte. Darum erzählt ein Orientale selbst ein geschichtliches Faktum anders, als ein Historiker sich wünschen würde. Er lässt unter Umständen gerade das aus, was geschichtlich wissenswert wäre, wählt dagegen andere Züge aus, die in seinen Augen die Bedeutung der Sache unterstreichen, übertreibt sie ohne Scheu, ja macht sich nicht einmal ein Gewissen daraus, noch weitere Elemente zu erfinden. „Was nun bei solchem Vorgehen herauskommt, das nennen wir gefälschte Geschichte, weil ja die Hauptsache, die Bedeutung, der Sinn eines Ereignisses, durch diese Art der Erzählung erst deutlich hervortritt. Zerwick hält die westliche Überschätzung der geschichtlichen Wahrheit geradezu für krankhaft. Die nur chronische Wahrheit für die Wahrheit schlechthin zu halten, scheint ihm einen ähnlichen Geist zu verraten, wie wenn einer eine Fotografie einem Gemälde vorziehen wollte. Diesem Sachverhalt muss auch die Exegese gerecht werden. Darum ist die moderne, wissenschaftliche Exegese keineswegs eine „Zerstörerin des Glaubens“, wie die Traditionschristen immer noch meinen. Sie beschränkt sich keineswegs darauf, die Bibel daraufhin zu erforschen, was in ihr historisch haltbar ist. Im Gegenteil! Gerade die moderne Methode ermöglicht es, die Bedeutungslosigkeit des Nur-Historischen für die glaubende Deutung des Geschehens aufzuzeigen. Das nackte historische Faktum bleibt immer ambivalent, man kann es so oder anders interpretieren. Die Gegner Jesu und seine Anhänger sahen dieselben „Tatsachen“, die einen sagten: Durch den Belzebub wirkt er seine Taten! – die anderen; Er wirkt aus Gottes Kraft. Die Zuverlässigkeit der Evangelien ist also anderer Natur als die Zuverlässigkeit eines Tatsachenberichts oder einer Fotografie oder einer Tonbandaufnahme. „Man sieht nur mit dem Herzen gut“, weiß der „kleine Prinz“ von Saint Exupery. Nur der Glaube sieht, was Gott durch Jesus am Menschen, an der Welt wirkt. Ein treues Zeugnis des Glaubens wollen die biblischen Schriftsteller geben und geben es. Darin liegt die Zuverlässigkeit. Die intendierte Fülle und Tiefe ihrer Aussage wird gerade dem verdeckt bleiben, der einen solchen Schrifttext nur oberflächlich historisch auffassen will. Wer allzu versessen darauf ist, dass ein Evangelist nichts anderes geplant und bezweckt haben könne als dieses oder jenes Ereignis aus dem Leben Jesu seinem faktischen Verlauf nach exakt zu schildern, wird gerade das verfehlen, was der Evangelist nun hatte wirklich sagen wollen. Gertrude Sartory, Was ist wahr an der Bibel?, aus: Theologisches Forum 12 Lösung zur problemorientierten TextanalyseDie Fragestellungen der problemorientierten Textanalyse sind nicht immer alle auf einen Text anzuwenden.
Historizität biblischer Ereignisse oder was ist Wahrheit.....
Max Zerwick: Verdeutlicht die beiden gegensätzliche Positionen. Der westliche Mensch und der östliche Mensch: Beide sind Verursacher des Problems. Die Exegeten: Sie sind verantwortlich..
Der westliche Mensch ist versessen auf Tatsächlichkeiten, überschätzt die geschichtliche Wahrheit...die chronische Wahrheit ist für ihn wie eine Fotografie, die immer einem Gemälde vorzuziehen ist.... - der östliche Mensch ist versessen auf den Sinn und vernachlässigt die geschichtlichen Tatsachen...“Wahrheit ist, was mich besser macht“ durch dieses anders Erzählen (z.B. Übertreiben,Hinzufügen) betont der Orientale den Sinn, die Bedeutung einer Sache....
Die moderne Exegese durchforscht nicht nur, was historisch haltbar ist. Die Evangelien müssen als Glaubenszeugnisse anders interpretiert werden. „Man sieht nur mit dem Herzen gut...“ Nur der Glaube sieht die taten, die Gott an den Menschen, an der Welt gewirkt hat... Begründung: Ohne glaubende Deutung ist das Nur-Historische bedeutungslos Wer Jesu Leben nur chronologisch/faktisch schildert, hat die Botschaft der Evangelien nicht verstanden...... |
| Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 16. Oktober 2011 um 16:30 Uhr |




